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Die Römer kehrten nach Xanten zurück

Posted in Unsere Heimat NRW

Last updated on 12. April 2020

Am 23. Juni war es wieder so weit: Alle zwei Jahre versammeln sich die Römer im APX in Xanten, um zwei Tage lang ihr Heerlager aufzuschlagen und den Barbaren ihre Kultur näherzubringen. Unter dem Namen “Schwerter, Brot und Spiele” wird für die ganze Familie etwas geboten und auch der Wettergott war dieses Jahr auf unserer Seite gewesen. Perfekt für einen Ausflug.

Wir hätten auch mit dem Fahrrad fahren können, aber die Faulheit hatte gesiegt. Außerdem hatten wir meinen Kumpel Sebastian dabei und ich weiß nicht wie motiviert er bei diesem Thema war. Nach kurzer Fahrt kamen wir in Xanten an und haben schnell die große Wiese gefunden, die als Parkplatz umfunktioniert wurde. Es gab auch genug Einweiser, sodass wir schnell einen Stellplatz gefunden haben.

Rundgang

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Ein römischer Legionär macht seine Waffe bereit.

Nach dem Besuch an der Kasse gingen wir auch direkt rein in den Park. Bei dem guten Wetter war es klar, dass er gut besucht sein wird. Wir schnappten den Plan des Veranstalters, um zu schauen, wann etwas wo ansteht. Gladiatorenkämpfe haben wir beim letzten Mal schon gesehen (die auch richtig gut waren), weshalb wir uns eine Militärshow angesehen haben.

Fernkampfwaffen

Im ersten Teil der Vorführung demonstrierte man uns eine Art von Armbrust, welche die Römer einsetzten. Diese Torsionsarmbrust bedient sich dabei einem anderen Prinzip als die klassische Armbrust, die man aus Film und Fernsehen kennt. Mittels eines Stocks werden Sehnen verdreht und so Spannung aufgebaut. Löst man die Haltevorrichtung wird Drehmoment aus den Sehnen und die Spannung des Rahmens freigegeben und auf das Projektil freigeben, um dieses abzufeuern. Das Nachladen dauert hierbei noch etwas länger als bei einer normalen Armbrust. Darüber hinaus hatte man auch eine Balliste oder genauer einen Skorpion in Position gebracht. Hierbei handelt es sich um eine größere Waffe, die von mehreren Personen bedient wurde und sich ebenfalls dem Torsionsprinzip bedient. Der Skorpion war eine frühe Artilleriewaffe, die den Gegner schon aus großer Distanz angreifen konnte.

Im zweiten Teil zeigten uns die Darsteller zuerst die Waffen und Rüstungen der römischen Legionäre und ihrer Hilfstruppen und erklärten uns zudem, wie sie funktionierten bzw. wofür sie gedacht waren. Danach wurden Kampftaktiken zur Schau gestellt wie die berühmte Schildkröte, wo sich die Soldaten mit ihren Schilden einen Panzer erstellt haben. Somit schützte man sich vor feindlichem Beschuss.

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Auch Kriegsmaschinen, wie der Skorpion, fanden in der römischen Armee ihren Platz.

Als Nächstes schauten wir uns die römische Reiterei an. Ich glaube, es waren Darsteller aus den Niederlanden, zumindest die Sprachfetzen, die man auffing, klangen danach. Ich bin kein Experte, was Pferde angeht, aber es sah schon recht anstrengend aus, was diese Leute da abgeliefert haben. Es wurden einige Kampftaktiken gezeigt, zum Beispiel der Speerwurf aus vollem Galopp oder das Halbieren einer Melone mit dem Schwert, während man vorbeigeritten war.

Die Herberge

Anderen Menschen bei der Arbeit zuzuschauen macht ganz schön hungrig. Wir überlegten uns, an den Ständen eine Kleinigkeit zu holen, entschieden uns dann aber für die römische Herberge. Das ist ein Restaurant auf dem Gelände, das von der Architektur typisch römisch ist und prima ins Gesamtbild passt. Es war zwar sehr voll gewesen, aber wir haben doch noch einen gemütlichen Platz gefunden. Nach kurzem Blick auf die Speisekarte entschieden wir uns für eine Platte römischer Spezialitäten, die wir als Vorspeise teilten und Jägerschnitzel mit Pommes. Das Essen war richtig gut gewesen, auch wenn mir nicht alle Vorspeisen zusagten. Die römische Herberge kann man aber auf jeden Fall empfehlen, preislich war es glaube ich im Mittelfeld.

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Die römische Reiterei zeigt ihre Fähigkeiten zu Pferd.

Danach drehten wir noch eine große Runde über das Gelände und schauten uns die Heerlager der verschiedenen Gruppen an. Soweit ich das verstanden habe sind das alles Laiendarsteller, die in ihrer Freizeit ihre Rüstungen und Waffen selber herstellen und in Clubs und Vereinen organisiert sind. Sie beschäftigen sich sehr intensiv mit dem Leben als römischer Legionär und zeigen sehr gut, wie das Leben früher war. Dazu gesellen sich Händler und Handwerker, die sich ganz traditionell ihrer Kunst hingeben und auch authentische Kleidung tragen. Wenn man die ganzen Touristen wegnimmt, ist das wie eine kleine Zeitreise.

Fazit

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Früher kämpften die Gladiatioren im Kolosseum bis aufs Blut. Heute geht es deutlich harmloser zu.

Leider war dann viel zu schnell der Abend erreicht und man machte uns freundlich darauf aufmerksam, dass der Park bald schließen wird. Wir haben es nicht geschafft uns alles anzusehen, doch es war ein schöner Tag gewesen. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall für Familien und Leute mit Interesse an Geschichte.

Weitere Informationen unter APX.

Meine Bilder darf ich mit freundlicher Genehmigung des LVR-Archäologischer Park Xanten in diesem Blog verwenden. Ich untersage aber ausdrücklich jegliche Nutzung meiner Bilder, egal für welchen Zweck.

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