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National Parks USA – North Cascades National Park

Posted in National Parks, Rund um die Welt, and USA

Last updated on 8. Mai 2020

Als wir 2018 unseren Roadtrip entlang der Westküste der USA unternahmen, kamen wir auch am North Cascades National Park vorbei. Wir waren ursprünglich auf dem Weg nach Vancouver. Doch der Wunsch, jeden Nationalpark in der Nähe unserer Route zu besuchen, brachte uns auf die verrückte Idee, noch eben schnell zum North Cascades National Park zu fahren.

Natürlich kann man so keinen 2040 Quadratkilometer großen Nationalpark sinnvoll erkunden. Wir fuhren die State Route 20 bis zu Lake Diablo, hielten zwischendurch an einem Besucherzentrum und fuhren dann weiter Richtung Kanada. Aber das, was wir vom Park gesehen hatten, faszinierte uns sehr und wir hegen den Wunsch den Bundesstaat Washington noch einmal in Ruhe zu erkunden.

Deswegen schreiben wir ausführlich über die einzelnen Nationalparks. Wir können nicht viele persönliche Erfahrungen einfließen lassen, aber durch diese Beiträge können wir dir (und auch uns) kompakte Informationen für eine Reiseplanung liefern.

Suchst du allgemeine Informationen zu den National Parks in den USA? Dann haben wir für dich etwas:

Der North Cascades National Park in Kürze

North Cascades National Park - Diablo Lake 2
Dies ist der Blick vom Aussichtspunkt am Diablo Lake. Die Farbe des Wassers war tatsächlich so smaragdgrün.

Dieser Beitrag ist sehr umfangreich. Du suchst nur eine kleine Übersicht? Dann haben wir hier das Wichtigste in Kürze.

Was erwartet dich?

Die schroffen, dicht bewaldeten Berge des Kaskadengebirges, mehr als 300 Gletscher sowie wunderschöne Täler und Wiesen warten darauf erkundet zu werden. Außerdem gibt es die Stauseen und ein paar Wasserfälle.

Was kannst du dort sehen?

Mehr als 200 verschiedene Vogelarten sind hier zu Hause. Außerdem hast du die Chance Bergziegen, Elche, Schwarzschwanzhirsche oder auch Pikas (auch als Pfeifhasen bekannt) zu entdecken.

Was ist das Besondere im Park?

Die nördlichen Kaskaden sind die am stärksten vergletscherten Berge in den USA außerhalb von Alaska.

Was kannst du dort unternehmen?

Allein schon die State Route durch den malerischen Park ist sehenswert. Zudem lohnt sich auch eine Wanderung zum Washington Pass Aussichtspunkt, liegt aber von Seattle aus betrachtet auf der anderen Seite des Nationalparks. Auf den Seen kannst du Angeln und die Gegend mit einem Boot erkunden. Schön ist auch der Ladder Creek Falls und der Blue Lake.

Allgemeine Informationen

North Cascades National Park - Straße
Die State Route 20 führt dich durch den ganzen Nationalpark.

Um den National Park zu erreichen, fährst du die State Route 20 von Burlington nach Osten oder von der Kleinstadt Twisp nach Westen. Die einzige Zufahrt zum Ross Lake erfolgt über eine nicht ausgebaute Straße von Kanada aus. Du kannst nicht nach Stehekin fahren, der Zugang erfolgt nur über eine Passagierfähre, ein Wasserflugzeug oder einen Wanderweg.

Es gibt in dem Nationalpark fast ausschließlich Campingplätze und keine Supermärkte, um deine Vorräte aufzustocken. Das solltest du berücksichtigen, wenn du dich hier länger aufhalten möchtest.

Anreise und Parken

Den North Cascades National Park und die Ross Lake National Recreation Area erreichst du über die State Route 20. Diese ist über die Ausfahrt 230 bei Burlington an die Interstate 5 angeschlossen.

Im Osten verbindet sich die State Route mit der US 97 bei Okanogan und mit der State Route 153 bei Twisp. Beachte, dass ein Teil der Straße zwischen dem Ross Dam Trailhead und dem Lone Fir Campingplatz im Winter geschlossen ist.

Die Lake Chelan National Recreation Area in Stehekin ist nur mit der Fähre oder dem Flugzeug von Chelan aus erreichbar.

Öffnungszeiten

North Cascades National Park - Brücke
Auf dem Weg zum Diablo Lake.

Der North Cascades National Park Service Complex ist ganzjährig geöffnet. Die Hauptsaison des Parks ist von Ende Mai bis Ende September. Außerhalb der Saison kann es zu Einschränkungen kommen. Das North Cascades Besucherzentrum in Newhalem und das Golden West Besucherzentrum in Stehekin sind von Ende Mai bis September geöffnet.

Eintritt und Gebühren

Keine! Der North Cascades National Park ist einer der wenigen, die keine Eintrittspreise erheben.

Karten

Eine umfangreiche Karte des Parks findest du auf der offiziellen Webseite des Parks. Dort findest du auch ein sehr detailliertes PDF zum Ausdrucken oder speichern.

Geschichte des North Cascades National Park

North Cascades National Park - Bergspitze
Das nördliche Kaskadengebirge lockte früher viele Bergleute an. Doch es war sehr mühsam und unwirtschaftlich.

Die North Cascades wurden recht spät erforscht. Erst im 19. Jahrhundert verirrten sich die ersten weißen Abenteurer in diese Region. Die Berge lockten natürlich in erster Linie Bergleute an und von 1880 bis 1910 wurden nach verschiedenen Edelmetallen geschürft. Doch die Arbeit war mühsam und der Transport anstrengend, sodass der Bergbau aufgegeben wurde.

Wie in anderen Gegenden in Washington kamen natürlich auch Holzfäller in diese Region. Ab 1900 begann der Holzabbau und die ersten Siedler ließen sich nieder.

Zwischen 1924 und 1961 wurden drei Staudämme entlang des Skagit Rivers errichtet, um den Strombedarf Seattles zu decken. Dadurch entstanden die drei Stauseen George Lake, Diablo Lake und Ross Lake. Noch heute decken die Wasserkraftwerke einen wichtigen Teil der Stromversorgung in dieser Region ab.

Ab 1968 wurde der North Cascades National Park errichtet, dazu die Ross Lake National Recreation Area und die Lake Chelan National Recreation Area. Im Jahr 1988 wurde ein Großteil des Parks zur Wilderness Area, die höchste Stufe des Naturschutzes in den USA.

Das Ökosystem des North Cascades National Park

North Cascades National Park - Landschaft
Im Park findest du sehr weitläufige Landschaften und fast unberührte Natur. Von der Stromleitung einmal abgesehen.

Die North Cascades sind von Gletschern und Seen übersät, von Wäldern bedeckt und von Flüssen durchzogen. Steile, fast senkrechte Hänge laufen zu engen Flusstälern zusammen, die Wege in die Wildnis bieten. Das Gebirge erscheint als ein unverwüstlicher Ort. Aber in den entlegenen Ecken des Parks und seinen bewohnten Gebieten zeigen das Ökosystem und seine beheimateten Tierarten schon jetzt Auswirkungen menschlichen Eingreifens.

Klimawandel

Indem wir die Erdatmosphäre verändern, verändern wir unsere Welt auf physische und biologische Weise. Betrachtet man den gesamten Zeitraum der 4,5 Milliarden Jahre alten Erdgeschichte ist der Wandel der letzten Jahrzehnte sehr plötzlich und extrem.

North Cascades National Park - Diablo Lake 1
Wer fängt bei solchen Landschaften nicht an zu träumen?

Während die meisten Veränderungen nicht so leicht zu sehen sind, zeichnet sich eine Große besonders deutlich ab. Die Gletscher der Nordkaskaden schrumpfen! Im Winter entsteht weniger Eis und Schnee und dadurch führen die Flüsse im Sommer weniger Wasser. Das hat lokale und regionale Auswirkungen.

Es ist ein großes Problem. Flüsse, Seen, Wälder und Wildtiere sind ebenso wie Menschen von Schnee und Gletscherschmelze abhängig. Im pazifischen Nordwesten sind Schnee und Eis wichtige Ressourcen, die Wasser zum Trinken und zur Bewässerung bereitstellen.

Der Puls der zwei Flüsse

Dominiert wird der Nationalpark nicht nur von den zahlreichen Bergen und Gletschern, sondern auch von den beiden Flüssen Skagit und Stehekin. Fährst du aus Seattle zum North Cascades National Park, führt dich die State Route 20 den Skagit River entlang an den drei Stauseen Geoge, Diablo und den großen Ross Lake vorbei.

Skagit River

North Cascades National Park - Am Abgrund
Bei einigen Brücken solltest du keine Höhenangst haben. Nur ein wenig Stahl steht zwischen dir und dem Boden.

Der Skagit River beheimatet alle fünf pazifischen Lachsarten, aber die Lachswanderungen sind zurückgegangen. Unter anderem sind die Veränderungen der Flusstemperaturen und der geringere Wasserstand dafür verantwortlich. Andere Faktoren sind Gezeitentore, die die Bewegung der jungen Lachse blockieren. Aber auch Deiche, die verhindern, dass Salzwasser ehemalige Sumpfgebiete überspült, bedrohen den wichtigsten Lebensraum für die Lachse.

Die Kultur, Wirtschaft und das Gemeinschaftsleben der Upper Skagit, Sauk-Suiattle, Swinomish und anderen pazifischen Nordweststämme sind eng mit den periodischen Lachswanderungen verbunden. Es ist der Rhythmus und der Sinn für das Leben der Menschen. Um die Lachspopulationen zu stabilisieren, haben der Angelsport und die Fischerei in den Stammesgebieten ihre Fänge verringert. Möglicherweise sind weitere Maßnahmen erforderlich, bevor die Bestände wieder gesund sind.

Stehekin River

Östlich des pazifischen Kamms speisen die Schneefelder und die Gletscher, die insgesamt 4.875 Hektar umfassen, den Stehekin River, der in den Chelansee endet. Mit einer Tiefe von ca. 445 Metern liegt der See gut 110 Meter unter dem Meeresspiegel. Wenn die Stürme immer häufiger und stärker werden, wird das zu schweren Überflutungen im Flusstal führen.

Das Wasser beeinflusst die empfindlichen Wachstumszyklen der Bäume, Pflanzen und Insekten im Tal. Die Apfelzucht ist eine tragende Säule der Wirtschaft im Zentrum Washingtons. Wenn die Obstbäume blühen, dann müssen die Insekten diese bestäuben, sonst werden sie keine Früchte tragen. Überflutungen können diese Zyklen empfindlich stören.

Plane deinen Besuch im North Cascades National Park

North Cascades National Park - Besucherzentrum
Das Besucherzentrum in Newhalem.

Um mehr über die Einrichtungen, Aktivitäten und Wanderwege des Nationalparks zu erfahren, besuche das Parkhauptquartier in Sedro-Woolley, das Wilderness Information Center in Marblemount oder eines der drei Besucherzentren in Newhalem, Glacier oder Stehekin. Dort findest du auch entsprechende Bücher, Karten und Geschenkartikel.

Informiere dich über die Öffnungszeiten, denn die können ebenso wie die Rangerstationen saisonal varrieren. Üblicherweise sind die Besucherzentren von Frühling bis Herbst täglich geöffnet, im Winter nur am Wochenende!

Besucherzentren

In den Besucherzentren findest du in der Regel auch einen Stempel mit Datum und Briefmarken. In den USA ist es recht beliebt die Stempel zu sammeln. Doch auch für dich kann es eine interessante Urlaubserinnerung sein, vor allem, wenn du mehrere Trips in die USA planst. Hier findest du unseren Artikel dazu:

North Cascades National Park Service Complex

Kontaktiere den Parkservice in Sedro-Woolley, wenn du Informationen wie Sicherheitshinweise oder Wetterberichte suchst und welche Bärenkanister zulässig sind.

North Cascades National Park Service Complex

810 State Route 20

Sedro-Woolley, WA 92824

Tel.: 360-854-7200, Website: www.nps.gov/noca

Gerade die Internetseite bietet viele interessante Informationen in englischer Sprache. Neben Warnhinweisen findest du dort auch Unterkünfte, eine Liste mit Aktivitäten und Empfehlungen für Orte, die du sehen musst.

Wanderwege

North Cascades National Park - Hörnchen
Ein Grauhörnchen ist unterwegs, um Vorräte für den Winter zu sammeln.

Die North Cascades eignen sich natürlich auch wunderbar zum Wandern. Wichtig ist hierbei, dass die Wanderwege in tieferen Lagen von April bis Mitte Oktober meist schneefrei sind. In den höheren Lagen sind sie bis Mitte Juli frei. Beachte dies, um nicht in Schwierigkeiten zu geraten.

Insgesamt bietet der Nationalpark über 580 Kilometern an Wanderwegen. Du findest also von kurzen Spaziergängen bis zu Tageswanderungen alles.

Camping

Campingplätze befinden sich in Goodell Creek, Newhalem Creek, Colonial Creek, Gorge Lake und Hozomeen. Auf einigen Websites können Plätze im Voraus reserviert werden, während andere nach dem Prinzip “Wer zuerst kommt, mahlt zuerst” sind. Weitere Informationen findest du auf recreation.gov. Für alle Bootscampingplätze am Diablo– und Ross-See ist ganzjährig eine Genehmigung erforderlich.

Lebensmittel und andere Geruchsgegenstände (einschließlich Zahnpasta und Kraftstoff) können Bären und andere Wildtiere anziehen. Lagere solche Gegenstände in entsprechenden Behältern oder im Fahrzeug. Wenn du im Hinterland campen möchtest, dann solltest du Bärenkanister verwenden oder die Dinge aufhängen. Es ist im National Park untersagt Wildtiere zu füttern!

Bootfahren und Angeln

North Cascades National Park - See
Klare Seen und dicht bewaldete Berge prägen das Bild des North Cascades National Park.

Startpunkte für Bootsfahrten findest du für den Gorge Lake in der Nähe der Stadt Diablo, für den Diablo Lake auf dem Colonial Creek Campingplatz und für den Ross Lake in Hozomeen (nur von Kanada aus zugänglich, nicht von der State Route 20).

Das Ross Lake Resort vermietet Kanus, Kajaks und kleine Motorboote und bietet einen Transportservice (Kanus oder andere kleinere Boote werden dann über Land transportiert) zwischen dem Diablo– und Rosssee.

Chelan und Manson bieten einen Bootszugang zum Lake Chelan. Im Sommer müssen Bootsfahrer auf dem Lake Chelan Pässe kaufen, um die Anlegestellen des US Forest Service oder des National Park Service zu nutzen.

Für die Jagd und das Angeln ist eine Lizenz erforderlich. Es gelten die staatlichen Gesetze.

Sicherheit

Zu jeder Jahreszeit kann sich das Wetter sehr schnell ändern und die Wassertemperaturen in den Seen sind extrem kalt. Zur Sicherheit solltest du das Wasser aus Bächen, Flüssen und Seen reinigen, bevor du es trinkst. Sei besonders vorsichtig beim Überqueren von Bächen, vor allem im Frühjahr und bei Regen. Strömungen können schnell unterschätzt werden.

Wähle im Notfall die 911!

Rundgang

North Cascades National Park - Bergflanke
Manche Berge haben interessante Farben. Hat jemand eine Idee was das ist?

Der Rundgang fällt diesmal etwas kürzer aus, da wir nur recht wenig Zeit im North Cascades National Park verbrachten. Einzig die State Route 20 führt von US-amerikanischer Seite in den Park und du benötigst beispielsweise eineinhalb Stunden, um von der Interstate 5 bis zum Diablo Lake zu fahren.

Möchtest du den Park komplett durchfahren und in Richtung Osten wieder verlassen? Dann musst du bedenken, dass die Straße dort zwischen Mitte November bis April gesperrt ist.

Wir machten einen kurzen Stopp am Besucherzentrum in Newhalem, um uns natürlich unseren Stempel und die Briefmarke für unser Album zu kaufen. Es ist aber auch immer interessant ein wenig in den Büchern über den Nationalpark zu blättern und sich die Souvenirs anzusehen.

Danach fuhren wir zum Aussichtspunkt am Diablo Lake. Wie immer war der Parkplatz sehr gut ausgebaut und bot einen grandiosen Blick über den See und die Landschaft. Die unberührte Natur zu genießen war ein sehr schöner Kontrast zum geschäftigen Seattle der letzten Tage.

Wir unternahmen noch einen kurzen Spaziergang direkt am Ufer des Sees, bevor es für uns weiter Richtung Vancouver ging. Möchtest du den Park richtig erleben? Dann solltest du mindestens eine Übernachtung einplanen, besser wären wahrscheinlich sogar zwei.

Du möchtest wissen, wie es für uns weiterging? Dann schau dir doch den 5. Teil unseres Reiseberichtes an.

Fazit

North Cascades National Park - Felsen
Schroffe Felsen und dichtes Grün dominieren die Landschaft.

Wir freuen uns schon darauf wieder hierhin zu kommen, dann mit mehr Zeit! Denn auch dieser Nationalpark ist wunderschön. Da er zu den am wenigsten besuchten Nationalparks in den USA zählt, kommt man sich fast einsam vor. Du findest hier sehr viel unberührte Natur, majestätische Berge und wenig Zivilisation.

Schon die Durchreise ist sehenswert, aber du solltest zumindest einen Tag einplanen, um die Natur zu genießen.

Quellen:

  • Wikipedia
  • Offizielle Parkbroschüre
  • Offizielle Webseiten

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