Direkt zum Inhalt

Einkaufen in den USA – Drei einfache Tipps

Posted in Tipps, and USA

Last updated on 10. November 2019

Wenn du in den USA deinen Urlaub verbringst, gehört das Einkaufen natürlich dazu. Du möchtest vielleicht deinen Freunden und Verwandten ein Souvenir mitbringen oder für dich selber ein Schnäppchen schlagen. Hier haben wir für dich drei einfache Tipps zusammengestellt, die du bei deinem Besuch berücksichtigen solltest.

Zunächst einmal sind die Öffnungszeiten etwas anders als bei uns. Im Allgemeinen haben die Geschäfte von 9 bis 18 Uhr geöffnet, viele aber auch bis 21 Uhr. In Amerika ist es auch normal, wenn die Geschäfte am Sonntag geöffnet haben. Manche Läden haben sogar an 7 Tagen volle 24 Stunden geöffnet (24/7).

Einkaufen in den USA: Steuern und Preise

Einkaufen in den USA - Outlet Center
Ein typisches Outlet-Center in den USA. Um Parkplätze musst du dir an solchen Orten keine Sorgen machen.

Im Gegensatz zu Deutschland bestimmen die Bundesstaaten in den USA ihre Steuern (Sales Tax) selber. Diese schwanken zwischen 4 und 7,5 %, wobei 5 Bundesstaaten gar keine Steuern erheben. Damit das Ganze nicht zu einfach für uns wird, gibt es unter Umständen noch lokale Steuern, je nach Stadt. Ein gutes Beispiel bietet hierfür New York: Der Steuersatz von 8,875 % setzt sich aus den 4,5 % der Stadt New York, den 4 % des Bundesstaates New York und die 0,375 % für den Metropolitan Commuter Transportation District zusammen!

Deshalb solltest du gerade bei Rundreisen darauf achten, wie die Steuern bei deinen einzelnen Stationen sind. Bist du beispielsweise in New York City unterwegs, lohnt es sich durchaus für einen Einkaufstrip mit dem Zug nach Jersey zu fahren.

Denn während New York wie oben erwähnt mit 8,875 % eine der höchsten Steuersätze in den USA hat, zahlst du in manchen Bereichen in New Jersey wie in einem Outlet Center gar keine Steuern.

Wenn du es ganz genau wissen willst, findest du auf Wikipedia einen sehr ausführlichen (englischen) Artikel zu diesem Thema.

Rabattkarten und Steuerparadiese

Einige große Ketten wie Macy´s locken aber auch mit Rabattkarten für ausländische Kunden, gerade in touristischen Städten wie New York. So kannst du bis zu 15 % auf deinen Einkauf sparen. Am besten fragst du freundlich nach, ob das betreffende Geschäft so etwas anbietet. Um solche Rabattkarten zu bekommen, reicht in der Regel der Reisepass.

Alternativ kannst du vor deinem Urlaub im Internet nachschauen. Das setzt jedoch voraus, dass du vorher weißt, in welche Geschäfte du gehen möchtest. Als Beispiel möchten wir hier nochmals Macy´s erwähnen. Diese große Kette hat Filialen in den ganzen USA und über Macy´s Internetseite kannst du im Vorfeld Coupons ausdrucken und dich über Rabatte informieren.

Bundesstaaten wie Oregon haben wiederum gar keine Mehrwertsteuern. Da lohnt es sich mit shoppen zu warten, bis du dort vorbeikommst. Das haben wir auch bei unserer Reise an der Westküste ausgenutzt, als wir Oregon durchquerten.

Preisschilder

Hier noch ein wichtiger Hinweis: auf Preisschildern in den Geschäften und auch Online werden Netto-Preise ausgewiesen. An der Kasse kommen darauf noch die entsprechenden Steuern. Vergleichst du beispielsweise die Preise eines iPhone auf der deutschen und der amerikanischen Webseite entdeckst du einen deutlichen Preisunterschied. Klickst du dich auf der amerikanischen Seite ein wenig durch den Warenkorb kommt die Frage nach der Postleitzahl. Anhand dieser werden dann die entsprechenden Steuern obendrauf geschlagen. In den Geschäften ist es genauso.

Einkaufen in den USA und der deutsche Zoll

Bist du mit dem Flugzeug oder auf dem Seeweg unterwegs hast du eine Freimenge von 430 € pro Person, die du nicht versteuern musst. Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren haben ein Limit von 175 €. Du darfst unabhängig vom Preis aber nur 200 Zigaretten, 1 Liter Schnaps (min. 22 % Alkohol), 4 Liter Wein und 16 Liter Bier mitbringen.

Ein kleiner Shop mit Souvenirs
Gerade in den Touristenhochburgen findest du viele Geschäfte mit Souvenirs. Hier gibt es zum Beispiel schöne Taschen aus Kalifornien.

Bis 700 € gilt die vereinfachte Abgabenberechnung. Dann werden beim Zoll 17,5 % fällig. Um die Freimenge auszunutzen, muss die Ware aber teilbar sein. Kaufst du dir in den USA ein Notebook für 600 €, zahlst du auf den vollen Preis 17,5 % Steuern. Du kannst nicht die 430 € abziehen. Kaufst du hingegen 2 Geräte für 400 €, gilt für den ersten die Freimenge und er ist steuerfrei, der zweite wird mit den 17,5 % belastet.

Zurück in Deutschland findest Du nach der Gepäckausgabe zwei Ausgänge: Einen Grünen und einen Roten. Gehst Du durch den grünen erklärst Du rechtsverbindlich, dass Du die Freimenge nicht überschritten hast! Unwissenheit schützt hier nicht vor Strafe.

Hast du mehr als die 430 € dabei und wirst erwischt? Bis zu einem Warenwert von 700 € zahlst du neben den 17,5 % Steuern auch noch eine Strafe von 17,5 %. Damit ist in den meisten Fällen das Schnäppchen doch recht teuer geworden. Hast du Ware von mehr als 700 € dabei wird automatisch ein Strafverfahren wegen versuchter Steuerhinterziehung eingeleitet. Normalerweise wird dies mit 10 Tagessätzen bestraft und richtet sich nach dem Einkommen des Beschuldigten. Spätestens hier solltest du den roten Ausgang nehmen.

Auf der Internetseite des deutschen Zolls wird es dir ganz genau erklärt.

Elektrogeräte mit Tücken

Apple Store
Sicherlich auch sehr beliebt sind die Produkte von Apple. Auch wenn es sehr günstig sein kann solche Produkte in den Staaten zu kaufen solltest Du den deutschen Zoll nicht vergessen.

Natürlich ist es verlockend auch Elektrogeräte wie Laptops oder Smartphones mitzubringen, gerade aus Bundesstaaten wie Oregon, die ohne Steuer auskommen. Denn da ist die Ersparnis erheblich. Doch du solltest drei Dinge berücksichtigen:

  1. Tastatur: Die Amerikaner haben eine andere Tastatur, da sie beispielsweise keine Umlaute haben. Also musst du dir entweder bestimmte Befehle merken, mit denen du diese Buchstaben auf den Bildschirm bringst oder du musst dir eine andere Tastatur einbauen lassen, was mit weiteren Kosten verbunden ist.
  2. Stecker: In den USA werden andere Stromstecker verwendet ebenso wie eine andere Netzspannung. Statt 230 bis 240 Volt haben ihre Steckdosen nur 110 bis 120 Volt. Die meisten Netzteile können damit umgehen, aber du solltest das auf jeden Fall prüfen. Das Stromkabel selbst kannst du ggf. mit einem deutschen Stecker neu kaufen. Auch hier sind wieder zusätzliche Kosten einzuplanen. Mitunter kann dieses Thema aber auch den Wiederverkaufswert drücken, wenn du kein Original Netzteil mit deutschem Stecker hast. Ich weiß nicht, ob du bei einem Verkauf angeben musst, dass es aus dem Ausland stammt. Tipp: Viele USB-Netzteile haben standardmäßig einen amerikanischen Anschluss (die zwei Pinne) und in der Packung liegt ein Adapter für die deutschen Steckdosen. Mit solchen Geräten sparst du dir zum einen den Stromadapter und zum anderen kannst du davon ausgehen, dass das Netzteil mit deutschen und amerikanischen Spannungen zurechtkommt. Und du kannst mehrere Geräte gleichzeitig laden.
  3. Garantie: Du solltest prüfen, ob die Garantie weltweit gilt. Denn falls etwas bei dem Gerät kaputtgeht und du es für die Reparatur in die USA schicken musst entstehen natürlich erhebliche Kosten.

Fazit

Einkaufen in den USA - Shopping
Im Pike Place Market in Seattle findest du neben frischen Lebensmitteln und Handwerkskunst auch kleine Geschäfte mit Souvenirs und Kuriositäten.

Wenn du in den USA unterwegs bist kannst du beim Einkaufen richtig Geld sparen. Jeans von Levi’s kosten zum Beispiel im Schnitt 40 $ (Stand 2018), wenn du sie im Outlet kaufst oder bei Rabattaktionen. Unterschätze aber gerade bei Elektrogeräten nicht die Probleme und zusätzlichen Kosten, die entstehen können. Außerdem bist du bei der Produktgruppe auch schnell über den Freibetrag und musst Steuern nachzahlen. Wie du im Bereich Zoll nachlesen kannst, wird das schnell sehr unangenehm.

Wenn du diese einfachen Tipps berücksichtigst, steht deinem Shopping-Vergnügen in den USA nichts mehr im Weg. Haben wir etwas vergessen? Kennst du noch einen guten Tipp, den man als Reisender berücksichtigen sollte? Schreib es in den Kommentaren!

4 Comments

  1. Eine sehr schöne Zusammenfassung habt ihr da geschrieben. Ich finde besonders die Steuerregeln sehr verwirrend. Habe da auch mal mit Amerikanern gesprochen. Außerhalb der eigenen Region können sie auch nicht genau sagen, was am Ende der Bruttopreis sein wird 😀

    5. November 2019
    |Reply
    • Vielen Dank für das Kompliment! Bei unserer Rundreise nach Seattle reisten wir durch mehrere Bundesstaaten und sind bei der Planung über diese Steuern gestolpert. Wir finden, dass es auch für andere Urlauber interessant ist und haben deshalb diesen Artikel geschrieben . Denn wenn selbst die Amerikaner sich damit nicht komplett auskennen, so wie du schreibst, wie soll man das dann als Tourist wissen?

      5. November 2019
      |Reply
  2. Sehr gelungener Eintrag, welcher viele Fragen beantwortet.
    Dies ist ein Thema, mit welchem sich die meisten wohl erst befassen, wenn Sie bereits am Shoppen sind. Es macht aber durchaus Sinn, sich im Vorfeld zu informieren und dieser Beitrag ist super dafür geeignet.

    LG, Reise-Paradies.ch

    6. November 2019
    |Reply
    • Danke schön für das Kompliment. Bei unserem ersten Urlaub in den Staaten war es uns auch nicht bewusst. Deshalb hoffen wir mit unserem Artikel etwas aufzuklären.

      6. November 2019
      |Reply

Kommentar verfassen